Zum 86. Geburtstag von Thomas Bernhard (1931 – 1989)

Nicolaas Thomas Bernhard (* 9. Februar 1931 in Heerlen, Niederlande; † 12. Februar 1989 in Gmunden, Österreich) war ein österreichischer Schriftsteller. 1970 erhielt Bernhard den Georg-Büchner-Preis; seit den 1980er Jahren wird er international zu den bedeutendsten österreichischen und deutschsprachigen Autoren gerechnet.

Visionär der Moderne: Zum 189. Geburtstag von Jules Verne (1828 – 1905) 

Jules Verne ist einer der großen Begründer der Science-Fiction-Literatur. In seinen beliebten Romanen „20.000 Meilen unter dem Meer“ oder „In 80 Tagen um die Welt“ stellt er wissenschaftlich und realistisch seine Visionen der Zukunft dar. Ein Flug zum Mond, atomar betriebene U-Boote, Computer, Hybrid-Autos – Jules Verne beschrieb nicht nur einzelne Erfindungen, sondern zukünftige Errungenschaften ganzer Epochen.

 

Zum 70. Todestag von Hans Fallada – Im Rausch des Schreibens

Die szenische Dokumentation über den Trinker, den Familienvater, den Morphinisten, den gefeierten Autor und den mehrfachen Gefängnisinsassen Hans Fallada. Mit Fokus auf seine literarische Schaffensperiode zwischen 1931 und 1946 werden Falladas Leben und Werk, zwischen politischen Zwängen und den Fallstricken seiner eigenen Psyche, beleuchtet.

https://www.youtube.com/watch?v=1xmNljaIBUQ&t=3s

Alfred Andersch – Portrait des Schriftstellers und seiner Frau

Alfred Andersch (1914-1980) und seine Ehefrau, die Malerin Gisela Andersch (1913-1987) lebten zurückgezogen in ihrem Haus im Onsernonetal im schweizerischen Tessin. Bei diesem Besuch des Filmemachers Percy Adlon berichtet Andersch u.a. über seine Lebens- und Arbeitssituation, er erläutert Entstehung und Erzähltechnik seines Romans „Winterspelt“, den Tagesrhythmus seines Schaffens und Lebens in Berzona bei Locarno mit einem relativ geringen Einkommen als Schriftsteller („Mann und Frau im Gehäuse – Alfred und Gisela Andersch im Onsernonetal“ Dokumentation von Percy Adlon, 1975).

 

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Über den Literaturbegriff im 20. Jahrhundert

Was ist Literatur?

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Lesende Frau (Ölgemälde von Jean-Honoré Fragonard, 1770/72) | Von Jean-Honoré Fragonard – National Gallery of Art: online database: entry 1961.16.1, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130064

Die Antwort auf die Frage „Was Literatur ist?“ kann man einem Wort zusammenfassen: Antwort. Antwort auf die historischen und epochalen Probleme des Jahrhunderts. Nicht die Literatur hat das Jahrhundert, wohl aber die äußeren Umstände der Epoche, haben die Literatur auf den Plan geworfen. Die Texte verstehen sich als potenzielle Antworten der Probleme, oder versuchen es wenigstens zu sein.

Fehl am Platz ist der Gedanke, Literatur sei frei. Literatur, im Besonderen im 20. Jahrhundert,ist Zwang! Autor haben keine Wahl über was sie schreiben, sie stehen unter dem Zwang über Dinge zu schreiben von denen sie „gebissen“ wurden. Literatur ist der Versuch (das Ergebnis spielt im Grunde genommen keine Rolle) das diffuse, zwanghafte, schicksalhafte, amorphe Leben zu artikulieren. Was in Figuren, Charakteren, Szenen und Syntax wiedergegeben wird, ist das Leben, Geschichte oder die soziale Wirklichkeit. Das diffuse Knäuel aus Gegebenheiten versucht die Literatur zu entwirren und neu zu formulieren, um die Singularität des Augenblicks auszudrücken bzw. im Sagen herzustellen.

Es gibt Menschen, die Leben bloß leben und solche, die es erleben. Wie man das „Jetzt“ artikulieren kann, das ist die Frage, die jeder Schriftsteller zu beantworten wünscht. Das ist gleichzeitig auch der individuelle Stil. Literatur ist immer ein Mischverhältnis zwischen Objektivität (Wirklichkeit) und Subjektivität (erlebte Wirklichkeit). Es ist das Verhältnis zwischen Gegeben (Realität) und Hinzugeführtes (imaginäres). So werden durch literarische Diskurse Begriffe erörtert. Es gibt nicht die Realität, auf die sich die Literatur „draufsetzt“. Es braucht für die Realität eine Vorstellung, welche dieser vorausgeht. Die Realität ist nämlich etwas „Entzogenes“, dessen man sich nur mit einer Vorstellung nähern kann. Die Realität selbst ist unausgesprochen und wir (Menschen) stehen nicht in direkter Beziehung dazu.

Literatur ist bedeutend mehr als eine Wissenschaft, wie jede andere. Die menschliche Seele wird nicht zuletzt durch eben diese entscheidend geformt. Erst Rousseau hat uns die Schönheit der bis dahin gefürchteten Berge näher gebracht. Wer könnte von Liebe reden, wenn er nie darüber gelesen hätte? Gäbe es eine romantische Liebe, wenn Goethe uns nicht den Werther geschenkt oder Platon sein Symposion aufgezeichnet hätte? Nein!!! Erst diese Werke haben für uns die Begriffe konzipiert. Kein Mensch könnte in diesen Formen, wie sie erstmals Goethe beschreibt, lieben und leben.

Literatur hat also Anspruch auf das Ganze. Es ist keine Parallelgeschichte zu anderen Ereignisse, wie die „Geschichte des Radars“ o.ä. Man erfährt essentielle Dinge über die Realität. Die Zukunft wird durch literarische Diskurse entscheidend geprägt. Literatur hat keinen Selbstzweck, sie stellt Welten dar und hat somit repräsentativen Status.

Zusammenfassend: Literatur sind also solche Texte, die die historische Realität zu artikulieren versucht. Literatur verändert auch die Realität, da man als Leser eines Textes, die Welt danach anders beurteilt, da man nicht mehr so in die Welt schauen kann, als ob man den Text nie gelesen hätte. Schriftsteller formulieren etwas, was es vor ihnen nicht gab. Kafka formuliert es so: „Ich formuliere etwas, was schon anklopft.“

Matthias Jean-Marie Schäppi

Herzlich Willkommen auf „Literaturgeschichte“

Neuerscheinungen, Rezensionen, Autorenporträts, Interviews und Analysen: Die Online-„Beilage“ von The Cathwalk – Das Onlinemagazin für katholische Lebensart bietet ab sofort einen umfassenden Überblick des aktuellen Literaturgeschehens.

Ich freue mich über Anregung und Kritik!

Matthias Jean-Marie Schäppi, M.A.
Doktorand der Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilian-Universität, München.

Zum 130. Geburtstag von Georg Trakl (1887 – 1914)

Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) war ein österreichischer Dichter des Expressionismus mit starken Einflüssen des Symbolismus. Eine eindeutige Zuordnung seiner poetischen Werke zu einer der annähernd gleichzeitigen Strömungen der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ist aber nicht möglich.