Zum 124. Geburtstag von Hans Fallada (1893 – 1947)

Hans Fallada – Im Rausch des Schreibens – Biografie 2016

Das Doku-Drama erzählt von Falladas wichtigster Schaffensperiode: Es gibt nicht nur einen tiefen Einblick in das Leben des Trinkers, Morphinisten und mehrfach unter Mordanklage stehenden Schriftstellers, sondern zeigt auch die Weltwirtschaftskrise, den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive Falladas, der diese Zeit weitab von Berlin auf dem Land verbringt.

Mit dem Schauspieler Michael Schenk als Hans Fallada wurden die wichtigsten Stationen im Leben des Ausnahmeschriftstellers in Szene gesetzt, der eigentlich Rudolf Ditzen hieß. Michael Schenk ist eine perfekte Besetzung: tiefe Gesichtsfurchen prägen das Gesicht des Schauspielers, er steckt sich im Film laufend neue Zigaretten an und kippt ein Glas nach dem anderen in sich hinein, wie im Rausch.

Kein anderer Schriftsteller beschreibt in seinen Romanen die Situation und Gemütswelt der Menschen dieser Zeit, insbesondere der „kleinen Leute”, mit solch einer Präzision wie Fallada. Er ist ein genauer Beobachter, sowohl seines eigenen rauschhaften Lebens wie auch seiner jeweiligen Umgebung. Mit Romanen wie „Bauern, Bonzen und Bomben” und „Kleiner Mann – was nun?“ ist Fallada in der späten Weimarer Republik ein gefeierter Autor. Doch zunehmend wird sein Leben von politischen Schwierigkeiten, Eheproblemen und seiner Drogensucht geprägt.

Im Film kommen unter anderem noch Falladas Biografin Jenny Williams und sein Sohn Achim zu Wort, der zwar seinen Vater kaum gekannt hat, von der Mutter aber einiges über ihn erfuhr.

«Jeder stirbt für sich allein» heißt schließlich Falladas schriftstellerisches Vermächtnis, bevor er 1947 im Krankenhaus stirbt.